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Wertewandel und eine soziale Gesellschaft

Innenpolitisches Desaster könnte man den Zustand der Republik nennen, wichtige Außenpolitik nennt die Kanzlerin ihre Reisen in den letzten Wochen. Dabei könnte es sich für die Kanzlerin durchaus lohnen, daheim zu bleiben.Treffen doch am 15. November 2007 viele an sie adressierte Päckchen im Kanzleramt ein — Päckchen voller Kunst als frühes Weihnachtsgeschenk aus Volkes Hand. Die von vier deutschen Künstlern gegründete Initiative KUNSTSTIMMEN GEGEN ARMUT hatte dazu aufgerufen, ein persönliches Kunstwerk zu den Themen “Hartz IV, fortschreitende Armut” und der Frage “Sind wir wirklich Deutschland?” zu schaffen und nach Berlin zu senden. Damit wollen sie ein Zeichen gegen die Auswirkungen einer schwindenden Sozialpolitik setzen. Nicht nur Künstler, sondern auch rund 20.000 Menschen aus unterschiedlichen Berufen, folgten dem Aufruf.

Offener Brief an Angela Merkel

Am 1. November erhielten Angela Merkel, alle Bundes- und Landtagsabgeordneten sowie die größten börsennotierten Unternehmen einen OFFENEN BRIEF “Vom Geben und Nehmen, oder warum wir unsere Gesellschaft neu definieren müssen.” Darin ziehen die vier Initiatoren von KUNSTSTIMMEN GEGEN ARMUT eine Bilanz deutscher Innenpolitik aus Sicht des Bürgers: Politikverdrossenheit, Reformmüdigkeit, Resignation und fortschreitende Armut. Sie fordern darin einen Wertewandel und eine neue, sozialere Gesellschaft. Einige Abgeordnete von Bund und Ländern haben sich zwischenzeitlich zu dem Schreiben geäußert. Von der Kanzlerin gab es bisher noch keine Reaktion. “Sitzt sie es wieder aus, oder flüchtet sie sich auf den nächsten roten Teppich?” fragt sich die Initiatorin Anne Radstaak. Spannend bleibt auch die Frage, wie die Kanzlerin und ihr Regierungskabinett auf die Kunstwerke und die damit verbundenen Forderungen reagieren werden. Vielleicht kommt es wieder zu einer Annäherung zwischen der Regierung und dem Volk, in dessen Auftrag sie arbeiten.