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Mit Live-Musik und Kunstobjekten feierten die Nastätter ihren neuen Mittelpunkt im Herzen der Stadt – Innenminister Karl Peter Bruch enthüllte die Skulptur „Traumstein“

Zentralplatz ist eingeweiht. Veranstaltung markierte gleichzeitig Auftakt des „blauen Projekts“ der heimischen Künstlergruppe. Die offizielle Einweihung seines „Zentralplatzes“ feierte Nastätten mit einem „Blauen Samstag“, der zu einer Hommage an das Blaue Ländchen wurde. Dazu trugen die „Blauen Skulpturen“ der Künstlergruppe KK entschieden bei.

NASTÄTTEN. Auf dem neuen „Zentralplatz“ konnte Stadtbürgermeister Emil Werner zur feierlichen Einweihung die Landtagsabgeordneten Matthias Lammert und Frank Puchtler, den Kreisbeigeordneten Helmut Klöckner, Pfarrer Dr. Breidert, eine Abgeordnete der Karnevalsbruderschaft Nastede, zahlreiche Kommunalpolitiker und Künstler sowie ein erwartungsfrohes Publikum begrüßen.

Rosa Rex vom Heimatpflegeverein servierte einen blauen Apfelsaft und blauen Schnaps, mehrere Verkaufsstände sorgten für das leibliche Wohl der zahlreichen Besucher, und Ralf Kettler aus Attenhausen erfreute die Kinder mit einer „Kinderbaustelle Papino“, wo es große Zahnräder ganz in Blau zu gestalten galt. Rolf Ebert vom hiesigen Café Amadeus schnitt eine köstliche blaue Torte an. Dazu stellte Marco Lutz seinen ganz neuen Roman „Blaue Hände – so waid man sieht“ vor, der spannend von Färbern im Blauen Ländchen berichtet und fabuliert.

Auf der Bühne präsentierte Tina Maus erstmals seit Jahren wieder eine muntere Kerbejugend. Die quicklebendige Percussion-Band „Samba Libre“ erfreute unter der Leitung von Bettina Schweer mit flotten Rhythmen in eigenwilliger Inszenierung. Stadtbürgermeister Emil Werner erinnerte an den Zweck des Beisammenseins: Seit rund zwei Jahrzehnten schon habe man eine Gestaltung des Geländes an der Gartenstraße geplant. Dank eines bewährten Planungsbüros und solider Baufirmen verfüge die Stadt nun über 122 Parkplätze unmittelbar an der Hauptgeschäftsstraße mit der Möglichkeit, hier auch Großveranstaltungen zu organisieren. Land, Verbandsgemeinde und Stadt verbauten 750 000 Euro. Die starke Belegung an Werktagen zeige, dass man richtig gehandelt habe.

Bürgermeister Raimund Friesenhahn gratulierte seitens der Verbandsgemeinde, die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung übernahm. Er zeigte sich stolz über die Fortschritte, die Nastätten als Sitzgemeinde seiner Verwaltung verzeichnen kann. Innenminister Karl Peter Bruch: Wer Heimat schaffen wolle, dürfe nicht nur über Kosten reden. Es gelte, einen Raum mit Leben zu erfüllen. Nastätten sei mehr als eine Stadt zum Einkaufen. Jeder müsse mithelfen, Heimat gemeinsam zu gestalten. „Meine Frau und ich wohnen gern hier“, so gestand der Staatsminister, ehe er mit Künstlern und Kommunalpolitikern zur Enthüllung des „Traumsteins“ mitten auf dem Zentralplatz schritt.

Prof. Harald Braem vom Kult-ur-Institut Bettendorf sinnierte über die schon von Goethe so gepriesene Farbe Blau nach, die farbspychologisch Reife verkörpere. Der Dichterfürst liebte Blau, „weil es uns mit sich zieht“. Und ganz Ähnliches sage ein japanisches Gedicht aus. Die Archetypen Himmel und Meer sind blau und verkörpern Sehnsucht nach oben wie in die Weite. Der „Traumstein“ sei eigentlich ein „Fühlmal“, in dem mehrere Künstlerträume eng verwoben auf den Betrachter wirken. Braem erhielt viel Beifall für die gelungene Interpretation des Kunstwerks, aber auch für ein Gedicht über das Blaue Land.

Dem Live Concert von Samba Libre folgte eine gelungene Darstellung des Surreal Tanztheaters Buch „Wo ist das Blau?“. Dann war die Bühne frei für Django Reinhardt und seine Band. Das Live Concert „Gypsy goes Jazz“ begeistere alle Altersgruppen. Den Abschluss bildete eine Open-Air Vorstellung von „Deep Blue“ durch das Kinocenter Nastätten. (Winfried Ott, Rhein-Lahn-Zeitung, 15.08.2005)